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SPD-Stadtratsfraktion irritiert über Aussagen des Oberbürgermeisters zum Poet*innenfest

„Das Poetenfest alle zwei Jahre wurde ja schon beschlossen.“ Diese Äußerung des Oberbürgermeisters im Interview mit den Erlanger Nachrichten (Printausgabe vom 2. Juni) hat in der SPD-Stadtratsfraktion große Irritation hervorgerufen. „Uns ist vollkommen unklar, wo ein zweijähriger Turnus für das Poet*innenfest beschlossen wurde – in den Gremien des Erlanger Stadtrats jedenfalls nicht“, kommentiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Philipp Dees: „Wenn es eine Absprache in der schwarz-grünen Kooperation dazu geben sollte, dann würde es der Respekt vor demokratischen Prozessen gebieten, erst die zuständige Referentin und die Festival-Macher*innen im Kulturamt zu informieren und den Vorschlag in die Stadtratsgremien einzubringen.“

Die SPD-Fraktion hatte sich bei den Haushaltsberatungen 2026 erfolgreich dafür eingesetzt, dass das Poet*innenfest 2026 stattfinden kann, wenn auch in reduzierter Form. „Das Poet*innenfest ist weit mehr als ein Literaturfestival – es ist ein Ort für Lesungen und Gespräche, aber auch der (politischen) Debatte, und ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und damit Zusammenhalt entsteht“, so SPD-Kultursprecherin Valeria Fischer: „Das Poet*innenfest nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, würde den Stellenwert der Veranstaltung im überregionalen Kulturkalender als ‚Festival der Neuerscheinungen‘ vor der Frankfurter Buchmesse massiv beschädigen.“

„Selbstverständlich müssen angesichts der Haushaltskrise alle Angebote der Stadt kritisch betrachtet werden“, führt SPD-Fraktionschef Dees weiter aus: „Aber das muss strukturiert und in den Gremien des Stadtrats erfolgen. Aussagen wie die des Oberbürgermeisters zum Poet*innenfest schaffen Verunsicherung bei denjenigen, die das Festival organisieren, die mit ihrer Literatur dort eine Bühne finden oder für die das Festival als Besucher*in wichtig ist. Gerade in einer Haushaltskrise wie in Erlangen muss ein Oberbürgermeister bedacht agieren und seine Worte wägen.“