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Antrag: Wässerwiesen erhalten und ausweiten – Biodiversität und Landwirtschaft stärken

Wässerwiesen haben seit dem Mittelalter Tradition in Franken. Die traditionelle Wiesenbewässerung wurde von der UNESCO vor zwei Jahren sogar zum immateriellen Kulturerbe ernannt. Die Wässerwiesen erstrecken sich zwischen Schwabach im Süden über Nürnberg, Fürth und Erlangen bis Forchheim im Norden entlang des Flusssystems von Rednitz und Regnitz. Bei dieser Bewässerung werden kleine Gräben ausgehoben oder Wasser aufgestaut, um trockene Gebiete zu versorgen. Die Schwebteilchen im Wasser dienen dabei zudem als natürlicher Dünger.

Neben diesem landwirtschaftlichen Nutzen haben die traditionellen Wässerwiesen sehr positive Auswirkungen auf die Biodiversität. Außerdem binden sie in großem Maß Kohlenstoff und helfen somit gegen den Klimawandel. Die Wiesen kühlen auch im Sommer die überhitzte Stadt.

In Nürnberg, Schwabach und Forchheim gibt es bereits Projekte zur Unterstützung der Wässerwiesen, die auch vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert werden. In Erlangen ist die Situation leider deutlich schwieriger, da es sich zum einen bei uns eher um durch Pumpen künstlich bewässerte Flächen handelt, zum anderen auch viele Flächen vorhanden sind, die von Wiesenbrütern bevölkert werden. Diese speziellen Flächen würden folglich für eine Wiesenbewässerung nicht in Frage kommen.

Die SPD-Fraktion stellt daher folgenden Antrag:

Die Stadt Erlangen prüft die Möglichkeiten für Projekte der traditionellen Wiesenbewässerung und setzt hierfür u. a. folgende Schritte um:

  • Die Verwaltung führt eine Bestandsaufnahme zur Wiesenbewässerung durch und prüft die Machbarkeit von Ausweitungen. Hierfür ist auch eine Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband anzustreben.
  • Insbesondere sind hier kleinere Projekte und städtische Flächen zu prüfen, die dem Artenschutz nützen.
  • Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird verstärkt über die Wässerwiesen informiert. Nicht zuletzt, um die Wertschätzung der praktizierenden Landwirte zu stärken.