SPD begrüßt Moratorium zur alten Hupfla

Die SPD-Stadtratsfraktion freut sich über das mit dem Universitätsklinikum vereinbarte Moratorium für den Abriss eines Teils des Kopfbaus der ehemaligen „Hupfla“. Damit werde es möglich, im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern über unterschiedliche Möglichkeiten eines Gedenkortes für die ermordeten Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt zu diskutieren.

„Unser Ziel ist, einen angemessenen und würdigen Gedenkort zu schaffen“, so die Fraktionsvorsitzende Barbara Pfister. „Dabei soll aber über das reine Erinnern hinaus auch dargestellt werden können, welche gesellschaftlichen Bedingungen die Ermordung behinderter oder psychisch kranker Menschen ermöglicht haben. Auch für aktuelle medizinethischen Fragestellungen soll Raum zur Diskussion geschaffen werden.“

„Ausdrücklich bedanken möchten wir uns beim Oberbürgermeister, der darauf hingewirkt hat, bis zu einer Entscheidung über die Gestaltung des Gedenkortes alle Möglichkeiten offenzuhalten. Das ist mit dem Moratorium für den Abriss gelungen. Unser Dank geht ebenso an den Klinikumsvorstand, der sich nach unserem Eindruck sehr intensiv und konstruktiv an der Diskussion über diesen Gedenkort beteiligt.“

Ausführlich müsse aber noch diskutiert werden, wie ein solcher Gedenkort gestaltet würde und wie er verortet werden könne. „Es ist denkbar, dass ein solcher Gedenkort am Besten in einem historischen Tat-Gebäude untergebracht wird – dann wäre das im verbleibenden Teil des Kopfbaus. Es kann aber auch sein, dass es besser ist, einen würdigen Neubau zu errichten oder die Gedenkstätte in einem Bau gemeinsam mit anderen Funktionen unterzubringen“, so Pfister. Die SPD-Fraktion hält es für den richtigen Weg, darüber in einer Kommission mit Expertinnen und Experten von anderen Gedenkstätten und mit der Stadtgesellschaft zu diskutieren, wie es mit einer ersten öffentlichen Veranstaltung im Dezember begonnen wurde.